Kriegsdienstverweigerung in Israel während der zweiten Intifada
22.7.04 in Frankfurt, 29.7.04 in Mainz

Einladung Offener Brief Interview • Rude awakening (Englisch) • Rude awakening (Deutsche Übersetzung)


 

"Dies ist nicht unser Krieg!"

Kriegsdienstverweigerung in Israel während der zweiten Intifada


Referent:
Omry Yeshurun, Yesh Gvul, Israel


Frankfurt

Donnerstag, 22. Juli 2004, 19.30 Uhr
DFG-VK, Mühlgasse 13

Mainz

Donnerstag, 29. Juli 2004, 19 Uhr
Interkulturelles Zentrum (IKUZ), Rheinallee 3d

Veranstaltet von Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK): Gruppe Frankfurt & Bildungswerk Hessen

Veranstaltet von Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK):
Gruppe Mainz & Wiesbaden & Bildungswerk Hessen

Friedensinitiative Mainz

Medieninitiative Mainz/Wiesbaden Radio Quer e.V.

Omry Yeshurun, Yesh Gvul
(Es gibt eine Grenze) Israel
"Gegen meinen Willen wurde ich Teil eines Systems, das ein ganzes Volk beherrscht, vertreibt, aushungert und erniedrigt. Ich hatte dies nicht für mich entschieden und indem ich all dies tat, riskierte ich auch mein eigenes Leben und das meiner Soldaten tagtäglich. Aber ich hatte die Entscheidung "NEIN" zu sagen.

Politische Führer sind geleitet von ihren eigenen Interessen. Das ist die Prämisse die man sich vor Augen führen muss. Und deshalb muss man auf seine eigenen Interessen achten. Frieden, Leben, in Frieden leben mit unseren palästinensischen Nachbarn - das sind unsere Interessen als Zivilisten.

Lass uns entscheiden, welche Prioritäten unsere politische Führung setzt! Wir sollten demonstrieren, uns verweigern, Dinge zu tun, die gegen unsere eigene Moral, gegen unsere Werte sind. Das ist unser Weg, einen Effekt auf diese Welt zu haben."


Omry Yeshurun

Omry Yeshurun, in einem Kibbuz in der Nähe von Haifa geboren, hat als israelischer Staatsbürger den obligatorischen dreijährigen Militärdienst absolviert. Als Leutnant diente er in einer Panzereinheit der israelischen Armee. Auch den für jeden Israeli verpflichtenden Reservedienst von mehreren Wochen im Jahr hat er zunächst erfüllt. Seit jedoch mit Beginn der zweiten Intifada im Oktober 2000 die Militäreinsätze verstärkt mit Menschenrechtsverletzungen einhergehen und die Befehle sich zunehmend repressiv und aggressiv gegen die palästinensische Zivilbevölkerung richten, verweigert Omry den Reservedienst in den palästinensischen Gebieten. Aufgrund seiner Weigerung wurde er im Januar 2002 zu 28 Tagen Militärhaft verurteilt.

Informationen zu Yesh Gvul im Internet: www.yeshgvul.org

In seinem Vortrag wird er über seine persönliche Entscheidung zur Verweigerung, den Effekt der "Refusenik"-Bewegung auf die politischen Akteure und die jüngsten Ereignisse in Israel berichten.

Omry gehört der Bewegung von Reserveoffizieren und -soldaten an, die mit ihrem offenen Brief "Mut zur Verweigerung" im Februar 2002 in der israelischen Öffentlichkeit Aufsehen erregten und somit der verstummten Friedensbewegung wieder neuen Antrieb gaben. Er vertritt die Organisation Yesh Gvul ("Es gibt eine Grenze"), die Kriegsdienstverweigerer moralisch und finanziell unterstützt und Demonstrationen und Kampagnen organisiert.

"Dabei folgt Yesh Gvul dem Prinzip der selektiven Verweigerung, einem spezifisch israelischem Konzept. Im Gegensatz zum Pazifismus oder der Verweigerung aus Gewissensgründen erkennt die selektive Verweigerung Umstände an, in welchen ihr der Einsatz von Gewalt als gerechtfertigt erscheint, wie etwa die Verteidigung des Landes gegen eine äußere Aggression. Sie lehnt jedoch den Missbrauch der militärischen Macht, Angriffskriege oder die gewaltsame Unterwerfung einer Zivilbevölkerung ab."